Tanzende Machtwurz

In diesem Beitrag möchte ich einen Einblick darin vermitteln, woher die Ideen für meine Bilder kommen und mit welchen Techniken ich sie aufs Papier bringe.

Am Anfang steht die Inspiration. Die in meinem Inneren wahrgenommenen Bilder bringe ich möglichst unzensiert als Skizze aufs Papier, fertige dann eine Tintenzeichnung an, die ich anschließend  koloriere. Für das Bild „Tanzende Machtwurz“, habe ich mich von der Beifußpflanze, die früher auch unter dem Namen Machtwurz bekannt war, inspirieren lassen.

Anfang Mai haben meiner Partnerin Kathy und ich an dem schamanischen Seminar Animystics in Irland teilgenommen. An einem der drei Tage haben wir uns einen ganzen Tag lang mit der Beifußpflanze beschäftigt. Wir haben Beifuß Tee, Tinktur, Essenz und Destillat getrunken und die jeweilige Wirkung auf Körper und Geist beobachtet.

Anwendungsbereiche des BeifußArtemisiaVulgaris

  • Beifuß wird weltweit und bereits seit der frühen Steinzeit als Heilpflanze verwendet.
  • In zahlreichen mythologischen Geschichten wird es erwähnt, unter anderem im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende.
  • Vor allem im Bereich der Frauenheilkunde wird es vielseitig angewendet.
  • In der Moxa-Therapie der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist es ebenfalls von großer Bedeutung.
  • Als Gewürzkraut wird es verwendet, um die Verdauung anzuregen.
  • Die Pflanze ist in der Lage das Klarträumen / luzides Träumen zu fördern.
  • Auf der energetisch-emotionalen Ebene hilft es dabei achtsamer zu sein, sich zu zentrieren und vor negativen Einflüssen zu schützen.
  • Mit Beifuß lässt sich gut räuchern, vor allem als Vorbereitung auf eine Zeremonie.

 

Während einer angeleiteten Trance Reise habe ich den Geist der Beifußpflanze vor meinem inneren Auge tanzen gesehen. Die sanften, hin und her pendelnden Bewegungen habe ich dabei deutlich in meinem Körper gespürt. Spannend war auch, dass nach der Reise knapp ein Viertel der Teilnehmer davon berichteten mit der Beifußpflanze getanzt zu haben. Diese Erfahrung habe ich in dem Bild „Tanzende Machtwurz“ verarbeitet.

1 – Die Skizze

Ein leeres Papier kann erstmal einschüchternd wirken. Bei meinen Skizzen lasse ich die Linien frei fließen und lasse das Bild so durch mich durch aufs Papier kommen. Um so weniger Kontrolle ich dabei ausübe, um so leichter fliegen die Linien. In den Linien sehe ich viele Möglichkeiten, doch dann kommt der Punkt, an dem ich mich für bestimmte Linien entscheide und somit viele andere Möglichkeiten ausklammere. Bei diesen Entscheidungen spielen sowohl meine Erfahrung, als auch die Intuition eine große Rolle.

2- Die Tintenzeichnung

Nicht jede Skizze wird weiter ausgearbeitet. Aus einer Fülle an Skizzen wähle ich die aus, die mir am besten gefällt, oder die Inspiration in meinen Augen am besten zu vermitteln vermag.

Die Tinte verstärkt den Kontrast der verschiedenen Formen und macht die Zeichnung dadurch stabiler. Jetzt wo das grobe Gerüst steht fange ich an die einzelnen Bereiche der Zeichnung, wie den Kopfschmuck, den Umhang, oder die Schuhe mit feineren Linien und Mustern zu füllen. Dabei lasse ich mir Zeit und stelle mir verschiedene Varianten vor. Die Schwierigkeit besteht an dem Punkt darin, ein Gleichgewicht zwischen Linien und offenen Flächen zu finden. Zeichnungen können schnell überladen wirken, aber zu wenig Details lassen die Zeichnung unausgereift wirken.

3 – Die Koloration

Bevor ich Farben auf ein Bild auftrage, schaue ich es mir erst eine ganze Weile lang an und stelle mir vor, welche Farben in welchen Kombinationen zur Aussage des Bildes passen könnte.

In dieser Phase der Illustration gehe ich gerne langsam und achtsam im Wald spazieren und schärfe meinen Blick für die Farbkombinationen in der Natur. Jede Rinde, jede Pfütze und jede Blume kann dabei eine Quelle der Insporation darstellen. Wenn ich das Gefühl habe die Farben in mich aufgesaugt zu haben, setze ich mich hin und mische meine Aquarell-Farben. Diese trage ich dann mit Pinseln in verschiedenen Größen aufs Papier auf.

Für dieses Bild habe ich mich dazu entschieden den Hintergrund weiß zu lassen, um den Fokus des Betrachters ganz bei der Tänzerin zu belassen.


In meinen Workshops möchte ich Menschen dabei begleiten, ihre Kreativität zu erforschen und dadurch näher zur Natur und zu sich selbst zu finden.

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Vielen Danke!

Yannick Dubois